Carving Direkt, die deutschen Kettenschnitzer. Heute: Tobias Piontek

Aug 29, 2017 von

Carving Direkt, die deutschen Kettenschnitzer. Heute: Tobias Piontek

Die Redaktion des Fichtenmopeds stellt ihnen heute einen weiteren deutschen Carving-Künstler vor. Tobias Piontek aus dem Vogtland. 

Foto: Tobias Piontek

Foto: Tobias Piontek

Foto: Tobias Piontek

Foto: Tobias Piontek

Foto: Tobias Piontek

Foto: Tobias Piontek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie ist Ihr Name? Warum stellen Sie sich nicht einfach kurz vor?
 Mein Name ist Tobias Piontek und ich bin neben meiner Tätigkeit als Heilerziehungspfleger auch Kettensägenschnitzer. Ich lebe mit meiner Familie in Gefell im Thüringer Vogtland.

 

Wie geht es Ihnen im Augenblick?
Mir geht es gut.

 

Wie sind sie zum Carving gekommen?
Zum Carving kam ich im März 2010. Es war ein verregneter Tag und deshalb konnte ich kein Brennholz sägen. So sah ich fern und zufällig lief ein Bericht über das Schnitzen mit der Kettensäge. Und dann dachte ich mir: „Das versuchst du jetzt einfach. Und wenn es nichts wird, dann bleibt es eben beim Brennholz sägen.“ Ich hatte noch zwei stärkere Klötze Fichte übrig und legte dann einfach los. Ich hatte damals eine einfache Stihl MS 230. Diese Säge war recht schwer und mit einem alten, normalen Schwert bestückt. Und trotzdem entstand ein doch recht ansehnlicher Bär. Zumindest behaupte ich, dass es ein Bär sein sollte. Und dieser Bär steht heute noch in meinem Garten und erinnert mich an meine Anfänge.

 

Was war beim Carving bisher Ihre größte Herausforderung?

Um ehrlich zu sein ist für mich jede Skulptur, jede Gartenbank und jedes Tier eine neue Herausforderung. Ich bin der Meinung, dass man mit seinen Aufgaben wächst. Deshalb scheue mich vor keiner neuen Idee, sondern setze mich intensiv damit auseinander. Im Gegenteil. Ich bemühe mich eher darum, kein Motiv zu wiederholen. Und bisher habe ich noch jeden Kundenwunsch umsetzen können.

 

Gibt es ein Lieblingsmotiv, das immer wieder entsteht?

Zu Beginn wollte jeder Eulen. Es kam mir so vor als sei in den Köpfen vieler Interessenten die Eule ein Synonym für Kettensägenkunst. Adler waren ähnlich beliebt. Am Anfang habe ich das auch noch hingenommen. Dann merkte ich aber, dass meine ganze Begeisterung für das Schnitzen wieder abnahm, durch diese Monotonie. Also investierte ich mehr Zeit in die Befragung der Eulenfreunde und fand heraus, dass man sie auch für andere Motive begeistern kann.
Es widerstrebt mir Massenprodukte zu produzieren. Ich freue mich am meisten darüber, wenn meine Kunden mit ungewöhnlichen und schwierigen Motiven auf mich zukommen.

 

Kann man sich Ihre Kunstwerke ansehen, wenn ja, wo?
In dem ersten Jahr meiner Schnitzerei hätte ich bei dieser Frage nur meinen kleinen Garten angeben können. Mittlerweile sind meine Kunstwerke deutschlandweit, ein paar sogar international verteilt. Meist sind es Privatpersonen, die sich meiner Dienste bedienen. Öffentlich sind nur wenige Skulpturen ausgestellt. Aber wer sich einmal in Gefell befindet, kann im Stadtpark eine Bank aus einem Baumstamm besichtigen. Dann sind gleich daneben, bei der Kettensägenwerkstatt meines Vertrauens zwei Holz-Kettensägen ausgestellt. Außerdem kann man im örtlichen Kindergarten eine große Schildkröte und einen Marterpfahl bestaunen. Und natürlich sind bei mir zu Hause auch ständig neue Werke zu sehen. Auf Facebook und meiner Homepage bemühe ich mich auch stets neue Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Was ist Ihre Lieblingsholzsorte?
Diese Frage wird mir oft gestellt und ich muss immer wieder sagen:“Es gibt nur das richtige Holz für das richtige Werk am richtigen Ort.“ Ich bevorzuge natürlich Harthölzer wie Eiche und Esche für Skulpturen, die im Freien stehen. Diese Hölzer lassen durch ihre Stabilität sehr feines Arbeiten zu. Andererseits liebe ich Farb- und Geruchsintensive Hölzer wie Pflaume und Kirsche. Diese Hölzer sind aber natürlich für draußen eher ungeeignet. Kiefer und Lärche lassen sich sehr schnell bearbeiten und sind in der Anschaffung recht günstig, im Vergleich zur Eiche. Es hat also jedes Holz seine Vor- und Nachteile.

 

Wie viele Kettensägen besitzen Sie?
Ich besitze inzwischen fünf Kettensägen. „Eine könnte ich noch gebrauchen“ – das war mein Gedanke nach der ersten Säge … und diesen Gedanken habe ich auch noch nach der fünften Säge… mal sehen wo das noch hinführt.

 

Benzin- oder Kettensäge?
Ich besitze vier Benzinkettensägen und eine Elekrokettensäge. Ich bevorzuge aber die Benzinkettensägen. Diese eignen sich einfach besser zum Schnitzen.

 

Kommt in Ihrem Lieblingsfilm eine Kettensäge vor?
Diese Frage lässt mich schmunzeln, denn die einzigen Filme die ich kenne, bei denen Kettensägen vorkommen, sind eher dem Horrogenre zugeordnet.

 

Welche Freizeitbeschäftigungen gehen Sie gerne nach, die nichts mit Kettensägen zu tun haben?
Ich liebe es einfach mit Holz etwas zu erschaffen und selbst wenn ich nicht mit der Kettensäge arbeite, verbringe ich gern Zeit in meiner Werkstatt um an neuen Ideen zu arbeiten. Da wir mit drei Kindern, einem Haus, einem Hund und drei Hühnern ausgestattet sind, wird der Rest der Freizeit dafür verwendet.

 

Für was würden Sie alles stehen und liegen lassen?
Für einen Freund, der meine Hilfe benötigt. 

 

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
„Der Unterschied zwischen leben und existieren liegt im Gebrauch der Freiheit“.

 

Welche drei Gegenstände würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Da ich Defoes Robinson Crusoe gelesen habe glaube ich zu wissen, was wichtig wäre. Ein Buch von Rüdiger Nehberg, meine Werkzeugkiste und einen guten Whisky.

 

Was möchten Sie unbedingt in Ihrem Leben noch erreichen?
Ich möchte unbedingt ein Buch verfassen über die Schnitzerei. Ich habe bereits damit begonnen aber die Fertigstellung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem würde ich gern einmal eine Ausstellung auf die Beine Stellen. Ein weiteres Ziel wäre ein angemessenes Atelier.

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