Vorbeugung ist das einzige was rettet, wenn eine Motorsäge einmal außer Kontrolle gerät. Die richtige Schutzkleidung kann, auch wenn sie auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Schnittschutz ist in jedem Fall ein enormer Sicherheitsfaktor beim Arbeiten mit der Kettensäge. Wir erklären wie er funktioniert.

Egal ob für Brennholzselbstwerber, Waldarbeiter, Hobbyschreiner – die Arbeit mit der Motorsäge kann schlimme, manchmal tödliche Unfälle nach sich ziehen. Eine einzige falsche Einschätzung, ein Ausrutscher in einer ungünstigen Situation, ein kurzer Moment Unaufmerksamkeit sind genug. Dann ist die Säge selbst von erfahrenen Arbeitern kaum mehr kontrollierbar.

In diesem Moment, wo die eigene Gesundheit, vielleicht sogar das Leben, in der Schwebe steht hängt alles von den Vorkehrungen ab, die getroffen wurden. Nur wer präventiv Maßnahmen zu seinem eigenen Schutz ergriffen hat, ist dann sicher. Was vielleicht nicht jedem klar ist, immerhin können die Geräte ja ganz ohne Lizenzen erstanden und genutzt werden.

Was zu tun ist: Vorher handeln
Eine Schnittschutzhose ist eigentlich Pflicht, wird aber gerade im Privatbereich gerne einmal weggelassen – mit verheerenden Folgen. Die Sicherheitshose sieht aus wie eine ganz normale Arbeitshose und wird deshalb oft unterschätzt. Da Geheimnis ist einfach: Unter dem oberen Stoff sind viele kleine einzelne Fäden in die Hose gewebt. Diese verfangen sich, auch bei der kleinsten Berührung, mit der sich schnell drehenden Sägekette. Die Fäden verwickeln sich mit der Kette und gelangen ins Kettenrad, wodurch die Säge zum stehen kommt. Innerhalb von nicht einmal einer Sekunde.

Manche Schnittschutzhosen haben einen Rundumschutz, manche sind nur vorne mit den rettenden Fäden versehen. Außerdem gibt es verschiedene Schutzklassen (1 bis 3), je nach Geschwindigkeit der Kettensäge. Beim Einkauf sollten Sie darauf achten, dass die Hose dem DIN EM 381 entspricht und ein KWF-(Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V)-Prüfsigel mitbringt. Kaputte und ältere, abgenutzte Hosen sollten ausgetauscht werden.

Ergänzend: Es sind niemals 100%
Als Letztes will ich noch sagen: Es gibt nie einen vollständigen Schutz. Auch Schnittschutzschuhe mit Stahlkappen und Schutzeinlage, ein Helm mit integriertem Gesichts- und Gehörschutz, gute Arbeitshandschuhe und Jacke in Signalfarbe als Ergänzung zur Schutzhose können nicht alle Arten von Unfällen verhindern. Wichtig ist deshalb für Laien und Profis gleichermaßen, regelmäßig qualifizierte Motorsägen-Lehrgänge zu besuchen.